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Durch den Aufstieg in die Kreisliga trafen wir erstmals mit den Vereinen des rechts-rheinischen Gebietes zusammen. Lorsch, Bürstadt, Lampertheim und Bensheim, zu denen noch Vereine des linksrheinischen zählten. Gegen die Vereine aus dem rechtsrheinischen Gebiet, die uns schon vieles voraus hatten , waren vorerst keine Lorbeeren zu ernten. Man war froh, wenn man am Ende der Spielrunde sich einen achtbaren Platz in der Tabelle gesichert hatte. Auch gerade der Spielverkehr mit diesen Vereinen aus dem rechtsrheinischen Gebiet war dazu angetan, das spielerische Niveau unserer Mannschaft zu heben. Da man bei einer Spielsystemänderung im Jahre 1934 die Bezirksliga mit den Vereinen der Kreisliga auffüllt, zwar mit den Vereinen der Kreisliga, die in der vorderen Tabellenhälfte standen ( zu denen auch wir zählten), war es uns vergönnt, ab der nächsten Spielrunde in der Bezirksklasse mitzuspielen. Unsere Gegner waren: 98 Darmstadt, Polizei Darmstadt, Arheiligen, Lampertheim, Bürstadt, Lorsch, Bensheim, Münster, Dieburg, Egelsbach und Blau-Weiß Worms. In der neugeschaffenen Bezirksliga erzielten wir gegen die vorgenannten Vereine achtbare Ergebnisse. Besonders in den Jahren 1935 bis 1938 war Normannia Pfiffligheim als „Gelbe Gefahr“ weit und breit bekannt. Die erfolgreichen Spieler der „Gelben Gefahr“ waren: Grüll, Fröhlich, Lahr (Torwart), Barth, Harbauer, Mehlmann, Manschatz, Kley, Scheite, Ortstadt, Krug, Priester, H. Busch, Gernsheimer, Raquet, R. Busch und Rausch. Die nachstehenden Bilder stellen diese Mannschaften vor.

Wieder einmal mußten wir unser Sportplatzgelände für eine Erweiterung des Baugeländes für die Siedlung preisgeben. Kurzfristig mußten wir den Sportplatz des Turnvereins Hochheim benutzen. Der Platz lag von der heutigen Gudastraße kommend direkt im Park. Nach Einigung mit dem Turnverein Pfiffligheim durften wir ab 1937 dessen Platz mitbenutzen und die Räume für vereinsinterne Zwecke in Anspruch nehmen. Unsere sportlichen Erfolge hielten weiter an. Auch in den Spielen um den Pokal des Süddeutschen Fußballverbandes konnte sich unsere Mannschaft sehen lassen. Im Jahre 1937 drang sie bis in die Endrunde vor und mußte in einem entscheidenden Spiel nach Verlängerung gegen den starken Gegner der Gauliga VfL Neckarau eine 4:3-Niederlage hinnehmen. Der VfL Neckarau trat seinerzeit mit seinen 3 Nationalspielern Dieringer, Zeilfelder und Groß an. Unsere Mannschaft hatte das Handicap die Verlängerung mit 10 Mann durchzustehen. In der Spielrunde 1938/39 wurden wir dem Bezirk Vorderpfalz zugeteilt, in dem wir noch mit Vereinen aus Ludwigshafen, Mundenheim, Mutterstadt, Friesenheim, Oppau, Oggersheim und Frankenthal zusammentrafen. Im Spieljahr 1940/41 erkämpften wir uns die Teilnahme zur nächsthöheren Klasse. In den Spielen mit Mainz 05 und TuRa Ludwigshafen landeten wir auf dem 3. Tabellenplatz, wodurch uns ein Aufstieg versagt blieb.

Die anschließenden Spiele um den Pokal des Süddeutschen Fußballverbandes im Jahre 1942 brachten uns wieder wie 1941 in die Endrunde. Das entscheidende Spiel gegen Kickers Offenbach, die mit einigen Nationalspielern antraten und das im Wormatia-Stadion ausgetragen wurde, ging 10:1 verloren. Bei dem ungleichen Kräfteverhältnis wurde diese Niederlage nicht allzu tragisch empfunden. Trotz der kriegsbedingten Verhältnisse konnte der Spielbetrieb bis zum Jahre 1943 aufrechterhalten werden. W. Moll und H. Schmahl hatten während dieser Zeit die Betreuung der Mannschaft übernommen und die gewiss nicht leichte Aufgabe in vorbildlicher Weise gemeistert. Ein geregelter Spielbetrieb war in der Folgezeit durch die Kriegsverhältnisse nicht mehr möglich, da auch die letzten Spieler der bestehenden Mannschaft zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Der gesamte Spielbetrieb kam zum Erliegen. Nach der Kapitulation im Jahre 1945 wurden erstmals ab 1946 von der Besatzungsbehörde Sportvereine wieder zugelassen. Im Lokal Jak. Ziegler, Gasthaus „Zum Vater Jahn“, Landgrafenstraße gegenüber der Kirche, wurde unter Vorsitz von Georg Lamely, Georg Neumeister, Heinrich Mehlmann und Walter Kley die Fußball-Abteilung des Sportvereins Worms-Pfiffligheim ins Leben gerufen. Walter Kley wurde damals gleichzeitig als 1. Kassierer vorgeschlagen und später von dem Sportverein Worms-Pfiffligheim in diesem Amt für die Fußball-Abteilung bestätigt.

Den Anordungen der Besatzungsbehörde zufolge wurde in Pfiffligheim nur ein sporttreibender Verein zugelassen. So kam es zu dem Sportverein Worms-Pfiffligheim in dem alle Sportarten vereint waren. Auch die im Lokal Ziegler ins Leben gerufene Fußball-Abteilung gehörte als Sportart diesem Verein an. Die Räumlichkeiten, die Turnhalle sowie der Platz wurde von dem neuen Verein in Anspruch genommen. Das Sportgeschehen des damaligen Sportvereins wurde unter dem Vorsitz von Karl Poth neu gestaltet. Die Privatspiele der Fußball-Abteilung, die man vorerst austrug, mußten vorher von der Militärregierung genehmigt werden. Mit den Vereinen Flonheim, Mainz 05 Res., Kempten, Rheindürkheim, Wörrstadt, Mombach, Nierstein, Heppenheim a.d.W., Mainz 1817 und Armsheim wurden im Jahre 1947 wieder Verbandsspiele ausgetragen. Rück, Konandin, Jung, Kley, Lind, Horn, Müller Ph., Gernsheimer H., Schweitzer, Koch H., Barth, Kobbe und Fröhlich J., standen in der ersten Nachkriegsmannschaft. Mit diesen Spielern konnte eine starke Mannschaft gebildet werden. Das Spieljahr 1949/50 brachte uns die Pokalmeisterschaft. In den folgenden Aufstiegsspielen konnten wir den ersten Tabellenplatz erreichen und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga. Rheingönnheim, Friesenheim, Rot-Weiß Speyer, FV Speyer, Hochfeld, Lingenfeld, Mundenheim, Bellheim, Lambsheim, Schifferstadt und Blau-Weiß Worms waren die Gegner, mit denen wir in der kommenden Runde zusammentrafen. Nach Lockerung der alliierten Anordnung im Jahre 1950 konnte sich unser ehemaliger Verein „Normannia“ wieder selbständig machen und seinen traditionellen Namen „Normannia“ wieder annehmen.

 

  

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